Insekten an der Rotach


Schwarzes Ordensband an der Rotach
Foto: Sanne Weber, Aufnahmedatum 16.07.2019

Ein äußerst selten und nur mit großem Glück zu sehender Gast in einem Garten neben der Rotach:

 

Ein schwarzes Ordensband, ein nachtaktiver, großer Falter aus der Familie der Eulenfalter. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 7 cm zählt er zu denn größten seiner Art.

 

Dieser Schnappschuss ist zwar unscharf, hat aber Seltenheitswert, denn das schwarze Ordensband befindet sich auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Die Lebensräume, in denen sich die Raupen und Larven ungestört entwickeln könnten, nehmen mehr und mehr ab.

 

Wikipedia - schwarzes Ordensband


Distelfalter auf Silberweide
Foto: Sanne Weber, Aufnahmedatum 29.07.2019

normalerweise viel zu flinke Flieger, um sie vor die Linse zu bekommen:

die Distelfalter, hier ein Exemplar, das sich gerade auf einer Silberweide an der Rotach (gegenüber Rundelmühle) ausruht.

 

Wikipedia: Distelfalter

 

2019 ist ein Distelfalterjahr.

Im Juni und Juli sind die Langstreckenflieger zu tausenden von der arabischen Halbinsel her eingewandert. Hoffentlich verlieren sie nicht nach und nach ihre angestammten Ruhe- und Futterplätze auf ihren Wanderungen über tausende Kilometer.

 

An der Böschung der B 31 zum Löwentalviadukt stehen einige Büsche vom violetten Schmetterlingsflieder. Auch hier kann man an schönen Tagen im Juli und August Dutzende der flinken und schönen Edelfalter beobachten.

 



Admiral auf Brennessel
Foto: Sanne Weber, Aufnahmedatum 19.10.2019

Auch sehr spät im Jahr noch zu sehen, wenn die Umgebung günstige Lebensbedingungen bietet: der Admiral

 

Wikipedia: Admiral

 

Ende Oktober sind nur noch wenige Schmetterlinge unterwegs.

Hier war ein Admiral-Weibchen fleissig bei der Eiablage.

Der Falter kann in Südwestdeutschland überwintern, und zwar sowohl als Falter, Raupe, Puppe oder Ei, die Entwicklung ist in der kalten Jahreszeit lediglich stark verzögert.

Tödlich für alle Entwicklungsstadien ist die Mahd der Brennesseln mit einer Maschine, bei der die Pflanzen und mit ihnen die Brut der Falter durchgehäckselt werden.

 

Links ein Admiral auf der Brennesselböschung am Naturfreundehaus, ca. 200 m vor der Mündung.



Hauhechel-Bläuling, Weibchen
Foto: Sanne Weber, 15.08.2020

Bei dem kleinen braunen Falter mit den orangegelben Randpunkten handelt es sich vermutlich um das Weibchen des

 

Hauhechel-Bläulings.

 

Die häufigste Bläulings-Art in Deutschland.

Trotzdem haben Bläulinge spezielle Ansprüche und sollten nicht weiter ihrer Lebensräume beraubt werden.

Dieses braune Falterchen wurde nur einmal kurz nach der Mahd Ende Juli gesichtet,

Danach war trotz intensiver Suche kein Exemplar mehr zu sehen.

 



Wer ihn einmal gesehen hat, ist sofort bezaubert:

 

Den kleinen

Kurzschwänzigen Bläuling

erkennt man an seinen tiefgründig meerblauen Oberflügeln, die zwischen zartem Himmelblau bis blauviolett variieren können, seinen bläulings-typischen Unterseiten, die jedoch - im Gegensatz zu anderen Bläulingen nur 2 orangene Punkte aufweisen sowie an einem winzigen weissen Zipfelchen an den Hinterflügeln.

 

Mit nur 2,5 - 3,5 cm Spannweite ist er der zweitkleinste Bläuling Mitteleuropas.

 

Er kommt nur auf einer sehr kleine Fläche an der Rotach in Friedrichshafen vor, Beobachtet wurden maximal 3 - 8 Exemplare gleichzeitig.

Dort liebt er es, an den Blüten von Hornklee oder Luzerne zu saugen oder sich auf Steinen zu sonnen.

(Fotos: Sanne Weber, vom 16.08.2020)

 

 



kleiner Kohlweissling
Foto: Sanne Weber, 15.08.2020

Der 

kleine Kohlweissling

ist gottseidank noch eine recht häufige Art.

 

 

So auch an der Rotach. Es besteht aber durchaus die Möglichkeit, dass eine ganze Generation durch eine einzige "Pflegemaßnahme" komplett vernichtet werden kann.

 

Auf dem Foto schmeckt ihm der Nektar des Habichtskrauts.

 



Senfweissling, Tintenfleck-Weissling, Leguminosen-Weissling, Paarung
Foto: Sanne Weber, 16.08.2020

etwas seltener als der kleine Kohlweissling ist der

 

Senfweissling

 

(andere Namen: Tintenfleck-Weissling oder Leguminosen-Weissling)

 

Auf der Wiese zwischen Rotach und B 31 nördlich der Flugplatzstraße wurden mehrere Exemplare gesichtet. An allen anderen Abschnitten fehlt diese Art.

Hier gelang am 16.08.2020 der seltene Schnappschuss einer Paarung.

Es wird also - wenn alles gut geht - in absehbarer Zeit Nachwuchs geben.

 

 



Foto vom 14.05.2021:

auf dem Wall zwischen Rotach und Allmannsweiler Bach:

ein hübscher, zarter Klee- oder Gitterspanner

 

Wikipedia: Gitterspanner



Ebenfalls am 14.05.2021 auf dem Wall gesichtet:

ein einzelnes Hauhechel-Bläulings-Weibchen.

 

Auf der Wiese oberhalb des Allmannsweiler Baches war noch kein einziger Schmetterling zu sehen.



ebenfalls am 14.05.2021 auf auf der gemähten, vorderen Wiese gegenüber der Rundelmühle entdeckt: 

 

ein gemeiner Weichkäfer, der eine wichtige Rolle in der Ökologie spielt.

Wikipedia: gemeiner Weichkäfer



wöchentliches Schmetterlings- und Insektenmonitoring       ab 22.05.2021


Monitoring 22.05.2021

Bilder vom 22,05.2021:

Nun fliegen auch auf der oberen Wiese die Bläulinge und Spanner und Eulchen.

Insgesamt können wir 8 Schmetterlinge beobachten:

3 weibliche Hauhechel-Bläulinge

1 männlicher Hauhechel-Bläuling

3 Exemplare der braunen Tageule 

1 Exemplar des Klee- oder Gitterspanners

Klee- oder Gitterspanner
Klee- oder Gitterspanner


Monitoring 29.05. - 13.06.

 

Leider war am 29.05. und 05.06.und 13.06. auf der oberen Wiese  (witterungsbedingt) kein einziger Schmetterling zu sehen.

 

Lediglich ein - vermutlich von den vorangegangenen Unwettern etwas zerzaustes Hauhechel-Weibchen war auf der Halbinsel zwischen Rotach und Allmannsweiler Bach zu finden.

 



Monitoring 19.06.2021

Jetzt ist Zeit für den kleinen Fuchs, der mit Vorliebe am Liguster saugt.

Gefunden: 4 Exemplare

Die Zebra-Bänderung an der Oberkante und die leuchtend blaue Punkt-Bänderung an den seitlichen Flügelsäumen sind unverwechselbar, denn der ähnliche große Fuchs ist deutlich blasser und das Blau kaum sichtbar.

 

Auch ein kleiner Klee- oder Gitterspanner war noch unterwegs.

 

sehr unscheinbar und leicht zu übersehen war ein junges, noch farbloses Männchen  der blauen Federlibelle

für mehr Info: blaue Federlibelle auf  www.libellen.tv



Monitoring 24. und 26.06.2021

Am 23.06. fegte ein heftiger Sturm mit großen Regenmengen über das Rotach-Gebiet. Trotzdem waren am 24.06. zwei kleine Füchse zu beobachten, auch am Blutweiderich.

Am 26.o6. waren die ersten beiden kleinen Kurzschwanz-Bläulinge zu sehen. Einer ganz am Ende des Wirtschaftsweges und einer ganz am Anfang, bei den Baustellen-Containern.

Außerdem flogen am Allmannsweiler Bach 3 dunkelblaue Exemplare der kleinen Blauflügel-Prachtlibelle, 

Eine weitere dieser Libellen wurde im Schnabel einer männlichen Gartengrasmücke gesehen.

 

weitere Sichtungen (ohne Foto):

1 Eidechse zwischen den Gräsern der hinteren Wiese und 2 unbestimmbare Heuschrecken.

2 Taubenschwänzchen-Schmetterlinge

 



Monitoring vom 03.07.2021

 

Trotz intensiver Suche war nur ein einziger Senfweissling zu sehen. (im rechten, unteren Bildviertel)

Möglicherweise haben die 2 vorangegangenen Unwetter vom 23. und 29.6. hier Einfluss genommen.

Das Vorhandensein des Senfweisslings auf der hinteren Wiese ist auch deshalb erfreulich, weil wegen der Bauarbeiten am Rundelwehr die vordere Wiese zu 2/3 von Eisenplatten abgedeckt ist, damit die Baustellenfahrzeuge dort keine Furchen hinterlassen. Dort waren im Vorjahr die Senfweisslinge gesichtet worden.

 

 



Bilder vom 10.07.2021

Bilder vom 11.07.2021

Monitoring vom 10. und 11.07.2021

Auf der vorderen Graswiese sind keine Insekten zu sehen.

Auf der hinteren Wiese jedoch explodiert die Artenvielfalt. 

Während in den beiden Vorjahren die Flächen Anfang Juli gemäht wurden und für Insekten für Wochen verloren waren,  sieht man auf der ungemähten Wiese jetzt, nach den Unwettern, fast täglich neue Arten.

gesichtet wurden am 10.07.2021

4 kleine Kohlweisslinge

2 braune Tageulen

1 Hauhechel-Bläuling (Weibchen)

1 Kurzschwanz-Bläuling, Sonderart ohne gelbe Dots, vermutlich östlicher Kurzschwanz-Bläuling

3 Ameisen-Sackkäfer

1 Rhabarberzünsler (Oncocera semirubella)

2 kleine Wiesenvögelchen

1 Weißstirn-Weißspanner

1 unbestimmbare kleine Wildbiene

sowie viele kleine Motten oder Zünsler im Gras, ausserdem einige Heuschrecken (erkennbar an sich bewegenden Gräsern) und zirpende Grillen.

Auf den Blütenständen der wilden Möhre etliche kleine Schwebfliegen, Weichkäfer und vermutlich geflügelte Ameisen.

 

 

Begehung vom 11.07.2021

Nach einer verregneten Nacht zeigt sich der Sonntag, 11.07.2021 von seiner besten Seite und entwickelt sich zu einem strahlenden Sommertag. 

Das untersuchte Wiesenstück ist voller Leben. 

Sogar ein Pärchen Zitronenfalter hat sich zu den bereits beschriebenen Arten dazu gesellt, beide mit einer Vorliebe für die violettrosa Blüten des Weidenröschens.

Es konnten entlang des Wirtschaftsweges 9 Kurzschwanz-Bläulinge beiderlei Geschlechts beobachtet werden,

Ein Hauhechel-Bläuling zeigte sich mit unvollständig aufgefaltetem Hinterflügel (Foto 5), vielleicht erst vor wenigen Stunden geschlüpft?



Monitoring vom 18., 19. und 22.07.2021

während im Jahr zuvor am 1. Juli gemäht wurde (siehe Bild Barbarossakreisel im vorherigen Artikel), haben die Schmetterlinge nun einen breit gefächerten Lebensraum entlang der Rotach.

Auf der vorderen Wiese, dem Teil der nicht für die Baustelle abgedeckt wurde, hat sich ein Feld der kleinen Braunelle gebildet, an der etliche Bienen und Hummeln ihre Nahrung suchen. So auch viele Exemplare der Steinhummel.

In den Braunellchen gibt es auch 2 Erstsichtungen neuer Arten:

 

1. ein braunkolbiger Dickkopffalter

2. mit nur 20 mm Spannweite ein winziger, aber aussergewöhnlich schöner Falter: der Braunellen-Purpurzünsler (Foto leider in der falschen Ebene scharf, aber das Größenverhältnis ist dafür gut zu erkennen.

 

Auf der hinteren Wiese neu gesichtet:

ein großes Heupferd

Nach dem Namen des Schmetterlings auf Foto 4 suche ich noch.

wer kann helfen? Die Fühler deuten auf einen tagaktiven Nachtfalter hin.

 

Wenige Exemplare wurden gesichtet von:

Hauhechel-Bläuling (5)

Kurzschwanz-Bläuling (2)

unbestimmbare, hellbraune Kleinlibelle (1)

 

mehr als 20 Exemplare wurden gezählt von

Kohlweissling

braune Tageule

Gammaeule

 

Am 19.07.: erste 2021-er Sichtung eines Distelfalters an der Rotach

Am 22.07.2021: Erste Sichtung eines Tagpfauenauges und eines C-Falters auf Schmetterlingsflieder gegenüber Rundelmühle



Monitoring vom 23. und 25.07.2021

Trotz häufiger und heftiger Regenfälle wimmelt es auf der hinteren Wiese vor Leben. Entlang des Gebüschsaumes hat sich ein breiter Streifen von Wilder Möhre mit den großen Doldenblüten gebildet. 

Neu entdeckt werden jetzt Streifenwanzen, die gerne an wilden Doldenblütlern saugen.

Streifenwanze im NABU_Artenporträt

 

Auch während es regnet sieht man über die Wiese Hunderte von kleinen Faltern flattern. beim näheren Hinsehen handelt es sich um Gammaeulen, Wiesenvögelchen, Heidespanner, braune Tageulen und Hauhechel-Bläulinge. 

Kleine Glasflügler (Florfliegen)  und Zünsler findet man an fast jeder Pflanze. Aus den Gebüschen klingt aufgeregtes Zwitschern denn nun finden auch insektenfressende Vögel hier viel Nahrung.

 

Keine der Pflanzen hat ein Problem damit, dass der Boden aufgrund vieler Regenfälle sehr nass ist. Nur die Schnecken sitzen lieber auf halber Höhe auf den Pflanzen.

Die Rückhaltewirkung solcher Flächen sollte nicht unterschätzt werden.

 

In dieser Woche fängt nun auch das große Flohkraut an, zu blühen.

 



Monitoring vom 06.08.2021

Wegen anhaltender Regenfälle haben wir am 31.07. kein Monitoring vorgenommen.

 

Am 6.8. ist es zwar auch recht nass, trotzdem sind einige Insekten und auch Schmetterlinge zu sehen.

Die braune Tageule ist die dominierende Art mit weit über 20 gezählten Individuen.

Weiter beobachtet:

1 Hauhechel-Bläuling (Männchen) (ohne Bild)

2 kleine Wiesenvögelchen

1 kleine Libelle mit leuchtend rotem Hinterleib

Ein Zeiger für stehende, nährstoffreiche Gewässer ist die gemeine Sumpfschwebfliege (Bild 3)

 

Wir bräuchten an der Rotach und am Bodensee viel mehr Libellen, denn sie halten uns in allen Entwicklungsstadien die Mücken, Schnaken, Gelsen vom Leib.

 



Monitoring vom 14.08.2021

an diesem Tag waren wiederum keine Schmetterlinge zu sehen.

Aber auf der hinteren Wiese zeigten sich trotzdem eine Unzahl von Heuschrecken, verschiedenen Graszünslern und unzähligen anderen Fluginsekten

 

Auf der vorderen Wiese fiel eine imposante, wohlgenährte Zebra- oder Wespenspinne auf (weibliches Exemplar) . Typisch auch das Zickzackgewebe unterhalb der Spinne.

 

Wikipedia: Wespenspinne

 

 

Leider war die Spinne an einem Platz, auf dem in der darauffolgenden Woche Spundwand-Paneele der Rundelwehr-Baustelle abgelagert wurden.





letzte Sichtung eines Bläulings in 2021:

11.09.2021




Monitoring vom 03.10.2021



Monitoring vom 09.10.2021