Umbau des Rundelwehres 2021


 

Nachdem der ursprüngliche Besitzer des Rundelwehres das Wasserrecht abgegeben hat, beabsichtigt die Stadt Friedrichshafen, das Wehr und die ostseitige Fischtreppe zu ändern und den EU-Wasserrahmenrichtlinien anzupassen.

Für den Beginn der Arbeiten ist der Mai 2021 angesetzt, geplante Fertigstelllung soll im Oktober 2021 sein.

 

Ziel ist die ganzjährige Durchwanderbarkeit und ein guter ökologischer Zustand des Gewässers.

 

Denn insbesondere in Zeiten niedriger Abflüsse ist die Rotach für Wasserlebewesen hier nicht durchgängig.

 

Die Steilschüttrampe soll in eine 18 m lange Sohlgleite mit Beckenstruktur umgewandelt werden.

 

Die Ausschreibung gewonnen hat die Fa. Nacken aus Steisslingen, die auch andere Gewässerprojekte schon vorbildlich und naturschützend  durchgeführt hat.

 

Kosten:

Die Fa. Nacken hat ein Angebot abgegeben von 885.000 Euro und zu diesem Preis den Zuschlag erhalten.

 

 

Es gibt jede Woche mehrere Bilder über den Fortschritt. 

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Vor dem Umbau, 14.05.2021:

 

Die Anlage stammt vermutlich aus der Zeit gegen Ende des 18. Jahrunderts, wobei Mitte des 20. Jahrhunderts Umbauten (Steg und Mechanik) stattfanden.

Ausspülungen, Erosionen und alte Holzbalken sollen entfernt und mit Beton ausgefüllt werden, denn der Wehrkörper steht unter Denkmalschutz.

Die Raue Rampe darf also nur in dem Teil des Wehrs gebaut werden, das nicht historisch geschützt ist. 

 

 

 



Bilder vom 14.05.2021

am 14.05.2021 fischt der Angelsportverein hinter dem Rundelwehr elektrisch, um die Bestände zu zählen, denn in der Woche darauf soll der Umbau zur rauen Rampe beginnen.

 

Die gefangenen Fische werden unterhalb des Wehres in der Gegend um die Aistegstraße wieder frei gelassen.

 

Dabei geht auch eine seltene Groppe ins Netz, 

Wikipedia: Groppe

Zitat:

Sie stellt große Ansprüche an die Wasserqualität,  benötigt eine hohe Sauerstoffkonzentration, niedrige Wassertemperaturen und findet sich vorwiegend auf steinigem Grund. Weil Gewässerverbauung und -verschmutzung Populationen dieser  Fischart gefährden können, ist die Groppe in den Anhang II der FFH-Richtlinie aufgenommen worden. Da die Groppe nur mäßig schwimmen kann, stellen selbst niedere Schwellen unüberwindbare Hindernisse für sie dar.

 

Ein weiteres Lebewesen, für das es sich lohnt, die Rotach zu schützen und wieder zu einem natürlichen Fluss umzubauen!

 

Die Forderung der Angler: kühle, beschattete Flussläufe.

Sonst könnte es sein, dass es in 70 Jahren nicht einmal mehr Forellen gibt.



Bilder vom 24.05.2021

Nach der ersten Woche

Auf unsere Bitten hin hat die Stadt am Bauzaun einen Plan des Bauvorhabens aufgehängt.

So kann jeder schauen, was da gebaut wird und wie es am Ende aussehen soll.

Die Fa. Nacken hat auch mit Stahlplatten die Hälfte der vorderen Wiesenflächen abgedeckt, um die Beschädigungen durch Reifenspuren der Baustellenfahrzeuge so gering wie möglich zu halten.

Die ersten Arbeiten lassen eine umsichtige und naturschonende Vorgehensweise erkennen.



Bilder vom 29.05.2021

Nach der zweiten Woche

es hat sich Einiges getan:

die Brücke über dem Wehr und die Mechanik wurden abgebrochen, der Steg wurde als Brücke über den Almannsweiler Bach zwischengenutzt, etliches Material wurde angeliefert, die Böschung wurde weiter bearbeitet, um sie für die Bagger befahrbar zu machen.

 

Die bisherige Fischtreppe ist nur noch im unteren Bereich vom Allmannsweiler Bach bewässert.

 



Bilder vom 05.06.2021

 

Die Arbeiten gehen deutlich voran. Der Allmannsweiler Bach ist abgesperrt und unter der Baustelle mittels 2 parallelen Rohren mit 70 cm Durchmesser durchgeleitet, die ehemalige Fischtreppe trocken gelegt.



Bilder vom 12.06.2021

 

Die Erdbewegungen nehmen Form an.

Die Struktur der Arbeiten ist gut zu erkennen und die Baustelle ist übers Wochenende maximal aufgeräumt.

Gute Arbeit bisher.



Bilder vom 19.06.2021

Woche der großen Erdbewegungen.

 

Die Rotach wurde jetzt komplett umgeleitet in den Allmannsweiler Bach und wird zusammen mit diesem durch die beiden Rohre geleitet.

Das Rundelwehr wurde mit einem Damm gegen Wasserzustrom abgesichert und das Wasser umgelenkt.

Das Rundelwehr liegt jetzt ganz trocken.

 

Hoffentlich gibt es keine größeren Unwetter, die die Dämme der Baustelle mit plötzlichen Wassermassen in Gefahr bringen könnten



Bilder vom 26.06.2021

 

Nach dem Unwetter am 23.06.2021 wurden die Arbeiten an der Rotach unterbrochen.

 

Die anrauschenden Wassermassen konnten von den beiden Umleitungsrohren nicht vollständig abtransportiert werden, weil sich dort auch Treibgut quergestellt hatte. Der künstliche Damm vor dem Wehr wurde an 2 Stellen eingerissen. 

So harmlos ist die Rotach nicht.

Sie braucht unbedingt mehr Platz - auf der gesamten Länge



Bilder vom 29.06.2021, Bild 6 vom 03.07.2021

Am Dienstag, 29.06. sorgen weitere Unwetter und Starkregen für einen erneuten Hochwasserstand bis 2,40 m an der Pegel-Messtation.

(siehe auch unter (Bildergalerie FN, Rubrik Hochwässer)

 

Bild 1 - 5 aufgenommen am 29.06.2021

Bild 6 aufgenommen am Samstag, 03.07.2021

 

 



Bilder vom 10.07.2021

Am 10.07.2021 hat sich die Rotach wieder beruhigt und ist deutlich gesunken. 

Aber die Schäden von 3 Hochwässern hintereinander mit Durchflussmengen von 30 - 40 cbm/sec haben deutliche Schäden an der Baustelle hinterlassen und erfordern Zusatzarbeiten.

 

Die Fisch-Schonzeiten markieren hier ein deutliches Zeitlimit, das eingehalten werden muss.



Bilder vom 18. und 23.07.2021

 

Es finden sichernde Betonarbeiten statt, viele Vorarbeiten wie z. b. eine Rampe für Baustellenfahrzeuge zum unteren Bereich der Rotach müssen wegen Hochwässern immer wieder neu angelegt werden.



Bilder vom 31.07.2021

Bilder vom 01.08.2021

In den Morgenstunden des 1. August steigt die Rotach abermals auf einen Pegel knapp unter 2 m.

 

Zufällig haben wir am Samstag, 31.08. einige Fotos gemacht und kurz nach dem Hochwasser am 01.08. abends nochmals bei einem (bis dahin gesunkenen) Wasserstand von ca. 1,5 m.

 

Auf den letzten beiden Bildern vom 1.8. ist nach langer Zeit mal wieder eine Wasseramsel zu sehen.

 

Neueinwanderer müssen nicht immer ein gutes Zeichen sein, manchmal haben sie auch andernorts ihren Lebensraum verloren und sind auf der Suche nach einem neuen.

 

Die maximale Abflussmenge der sommerlichen Hochwässer betrug 40 cbm/sec

 

 

 

 

 



Bilder vom 6.8.2021

Das Hochwasser vom 6.8.2021 hat die provisorischen Umleitungs-Dämme nun zum vierten mal zerschossen, die Spundwände scheinen aber nun trotz heftiger Überspülung zu halten.

 

Nach dem Hochwasser balanciert auf der Spundwand ein riesiger Baumstamm in einer wippenden Bewegung



Bilder vom 14.08.2021

Die zerstörten Säcke wurden abgeräumt, der Bereich zwischen Spundwand und Wehr trocken gelegt um weitere Betonarbeiten an der Rampe und dem denkmalgeschützten Wehrkörper ausführen zu können.

 

Im Bereich vor dem Wehr flussabwärts muss das Wasser aber erst wieder abgepumpt werden.



Bilder vom 28.08.2021

Mit einiger Verspätung können nun alle Arbeiten zügig durchgeführt werden, da nun keine Hochwässer mehr zu erwarten sind.

 

Die Fertigstellung wird sich aber um mindestens 1 Monat ca. auf Ende Oktober verzögern, was sich sehr ungünstig auf die Fischwanderung (Schonzeit ab 1. Oktober) auswirken könnte



Bilder vom 04.09.2021

In der ersten Septemberwoche werden die seitlichen Begrenzungen der rauen Rampe gesetzt und das Westufer aufgefüllt



Bilder vom 11.09.2021

Erst jetzt kann die Firma Nacken sich an die Ausgestaltlung der rauen Rampe machen, erste Querverbauungen werden gesetzt.



Bilder vom 18.09.2021

Langsam kann man die spätere Ausgestaltung der Rauen Rampe erahnen, Trotzdem müssen noch etliche Tonnen Steine hin- und herbewegt werden



Bilder vom 25.09.2021

die spätere Steinrampe soll mindestens 18 Meter lang werden.

Ihr werden 3 - 4 Beton-Querverbauungen vorangesetzt, die den Durchfluss der Rotach ganzjährig gewährleisten sollen



Bilder vom 03.10.2021

in der ersten Oktoberwoche werden tonnenweise Steine bewegt und neu gesetzt, 

Der obere Teil der Rampe erhält betonierte Querverbauungen, die den Durchfluss bei jedem Wasserstand sichern sollen



Bilder vom 09.10.2021

Langsam nimmt das gesamte neue Bachbett Form an und nähert sich sichtbar der Fertigstellung

 

Höchste Zeit, denn vor der Baustelle stauen sich hunderte Fische, die gerne schon im Oktober flussaufwärts gewandert wären.

 

Der dort jagende Graureiher ist schon so fett, dass er kaum noch fliegen kann. (rechtes Ufer, mittig, hinter den beiden weissen Ufersteinen) Große Fische versuchen sogar, in die Flughafenentwässerung einzuschwimmen. Dort sind sie hinter dem Gittertor wenigstens sicher vor dem Reiher.

 

Der Allmannsweiler Bach wird als letztes sein neues Bachbett bekommen.